Spielbericht

HSG Dreiland – HBL Herren I

38:28 (16:15)

Heitersheim spielt beherzt auf, kann aber die HSG Dreiland nicht stürzen

Der kurzzeitige Tabellenführer aus Weil wankte zwar, er fiel aber nicht um. Am Ende hatte die HSG Dreiland gegen die HandBall Löwen aus Heitersheim in einer über 40 Minuten äußerst spannenden und offenen Begegnung die Nase vorne und gewann nach 60 Minuten mit 38:28 (16:15).

Mit gemischten Gefühlen fuhren die Handball Löwen Heitersheim nach Weil am Rhein zum Tabellenzweiten. Stark geschwächt mussten die Malteserstädter mit einem Rumpfkader und gerade einmal einem Auswechsel-Feldspieler in der gut gefüllten Sporthalle Weil antreten. Verletzungsbedingt mussten die Heitersheimer auf ihren Top-Scorer Moritz Bermeitinger (Mittelhandbruch) und Moritz Hoffmann (Armbruch) sowie krankheitsbedingt auf Hendrik Sonst, Linus Bredemeyer und Sebastien Heitz verzichten, was ausgerechnet in Weil natürlich überhaupt nicht zu gebrauchen war. Zu stark, zu mächtig erschien der Gegner, der sich anschickt höhere Ziele anzusteuern. Doch was sich dann daraus entwickelte, war alles andere. Die Heitersheimer gingen sogar in der 2. Minute durch Ben Gerres in Führung.

In der Folge entwickelte sich ein sehenswertes Spiel von zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Den 8:5-Vorsprung von Weil glichen die Heitersheimer mit einem Dreierlauf von Marius Sonst, Nico Dobronn und Sebastian Loose in der 15. Minute zum 8:8 aus. Heitersheim war von Anfang an präsent, vermied es, einem höheren Rückstand als 3 Tore nachzulaufen und blieb ergebnisorientiert im Spiel. Den Weilern war die Nervosität anzumerken, erwarteten sie doch ein leichtes Spiel gegen den Tabellenvorletzten. Die Heitersheimer setzten die Hausherren mit ihrer Spielqualität enorm unter Druck, ließen den Weiler Rückraum nicht ins Spiel kommen und mit zunehmender Spieldauer wuchs das Selbstvertrauen der Gäste. Der Heitersheimer Torwart Niklas Meyer machte sich an diesem Tag selbst wohl das größte Geburtstagsgeschenk mit seinen überragenden Paraden. Mit einem Halbzeitstand von 16:15 ging es in die Kabine.

Mit dem schnelle 16:16 Ausgleich setzte Veit Bermeitinger gleich in Halbzeit 2 ein Zeichen. Die Spielqualität der HandBall Löwen hatte sich gegenüber der letzten Woche enorm verbessert, im Angriff wurde endlich wieder mehr mit den Außen gespielt, die Fehlerquote reduziert und auch aus dem Rückraum ordentlich Druck gemacht. Die Abwehr stand in der 5:1-Formation erheblich besser und machte die Räume eng. Dazu kam der erkennbare Wille und die Leidenschaft, die in dieser Sportart notwendig sind. Der Handball Löwen spielten beherzt auf und brachte die HSG Dreiland arg in Bedrängnis. In Minute 39 ging Heitersheim sogar erstmals mit 19:20 durch Nico Dobronn in Führung. Die Halle stand Kopf – roch es doch nach einer absoluten Sensation. Sebastian Loose wurde von den Weilern durch eine Manndeckung zeitweise aus dem Spiel genommen. Je länger das kräftezehrende Spiel allerdings andauerte, desto mehr machte sich der dünne Kader der Heitersheimer bemerkbar. Konnten die Hausherren durch einen 14-Mann-Kader nach Belieben auswechseln, verließen die Heitersheimer immer mehr die Kräfte, ihre Kondition und somit natürlich ihre Konzentration. Der damit einhergehende Frust der Gäste war spürbar. Ihre zeitweise spielerische Überlegenheit konnten sie nicht mehr aufrechthalten, weil sie schlichtweg keine Kraft mehr hatten. Beinahe wäre sogar eine positive Überraschung möglich gewesen. Dieses hohe Tempo und kampfbetonte Spiel kann jedoch kein Spieler ohne Pause 60 Minuten durchstehen. So zogen die Weiler Tor um Tor davon und am Ende konnte die HSG Dreiland einen 38:28 Heimsieg verbuchen.

Auf dieser Leistung und Einstellung kann man jetzt in Heitersheim aufbauen und weiter Selbstvertrauen gewinnen und Punkte sammeln. Stark spielte auf Rechtsaußen Marius Sonst, der sehr sicher wirkte und sieben Tore warf. Auch Sebastian Loose und Nico Dobronn kehrten zu alter Stärke zurück und endlich platzte auch der Konten bei den Joungstern Niklas Löffler und Simon Fünfgeld.

Trotz der Niederlage fand Heitersheims Trainer Holzer lobende Worte. "Obwohl wir verloren haben, war das gefühlt ein Punktgewinn. Nach diesem beeindruckenden ersten 40 Minuten bin ich stolz auf meine junge Mannschaft. Meine Spieler haben Charakter gezeigt und bewiesen, dass sie auch mit einem absoluten Spitzenteam mithalten können -trotz der massiven Schwächung des Teams durch die Ausfälle der Stammspieler. Schade, dass wir auf unseren Leistungsträger und einen großen Teil der Stammspieler verzichten mussten. Dann wäre gegen den Aufstiegskandidaten sogar eine große Überraschung möglich gewesen", resümierte der Löwen-Coach.

Es spielten:

Handball Löwen Heitersheim

Niklas Meyer (Tor), Sebastian Loose (6), Marius Sons (7), Benn Gerres (1), Veit Bermeitinger (3), Nico Dobronn (5), Simon Fünfgeld (3), Fabian Bohr (Tor), Niklas Löffler (3)


Schiedsrichter:

Stefan Lermer und Jonas Herrmann, TV St. Georgen/Schw.


HSG Dreiland:

Lucas Hopp (4), Valentin Conrads (4), Marco Bödeker (2), Jan Knössel (6), Sören Friedrich, Kevin Welte (8), Daniel Schnepf, Nils Haunschild, Gregor Gehrke, Niklas Weber (8), Tobias Ludwig (2), Fabio Di Gesualdo, Annick Sain (3), Philip Müller (1)


Bericht: Axel Bermeitinger


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